Cloud ERP aus Bonn: #CUT2016

[authorBox image=“http://uzuner-solutions.de/wp-content/uploads/2013/07/portrait_jml.jpg“ name=“Jan-Martin Lichte“][/authorBox]

Der „Cloud Unternehmertag 2016“ im Kameha-Hotel in Bonn lockte mich durch seine interessante Agenda, denn ERP und Cloud sind genau die Themen, mit denen ich alter SAP-Fuchs mich gerade auseinandersetze. Setzt sich die Cloud jetzt endlich auch in Deutschland durch? Können sich die aus gutem Grund eher vorsichtigen und konservativen mittelständischen Unternehmer damit anfreunden, dass ihre wichtigsten Daten irgendwo im Netz verschwinden?

Leider konnte ich aus terminlichen Gründen nicht persönlich teilnehmen, aber meine Frau Michèle hatte als Bloggerin und Twitterin ohnehin ihre Teilnahme gebucht und versorgte mich mit Infos aus erster Hand. Tatsächlich war das Interesse sehr groß, denn die Veranstaltung war mit 600 Teilnehmern ausgebucht! Zahlreiche Tweets finden sich unter Hashtag #CUT2016:

Zwar handelte es sich in Teilen um eine Promotionsveranstaltung für die ERP-Cloud-Software des Organisators Scopevisio – dennoch kam aufgrund der hochkarätigen Sprecher das strategische Hype-Thema „Cloud“ als solches sehr ausführlich und teils provokant zur Sprache. Ganz nach dem Motto „Digitalisieren Sie oder gehen Sie in Rente!“

Frank Thelen reißt mit

Der Vortrag des illustren Bonner Unternehmers Frank Thelen, bekannt aus der Fernsehsendung „Die Höhle der Löwen“, war sicher das rhetorische Highlight der Veranstaltung. Sehr persönlich und authentisch, fast idealistisch begründet er sein Engagement sowohl für Unternehmertum als auch für Bildung im IT-Sektor: „Leute, die nicht programmieren können, sind die Analphabeten der Zukunft!“

Aha? Hm. Schaun mer mal. Im Moment habe ich eher den Eindruck, dass Leute, die programmieren können, ihren Arbeitsplatz an Leute in Ostasien verlieren, die billiger programmieren können. Irgendwann wird es Computer geben, die sich selbst programmieren können. Was ich persönlich für viel wichtiger für den Erfolg von IT-Projekten halte: Leute, die Business-Anforderungen in Spezifikationen übersetzen können, die also Kommunikation, Prozesswissen und technisches Wissen verbinden. Das sind die Jobs, die hier in Deutschland sind und auch bleiben werden – und in denen wir uns bei clavis solutions täglich üben.

SAP-Bashing: populär, aber überholt!

SAP als der weltweit größte Cloud ERP-Anbieter kam in der Diskussion nach Thelens Vortrag schlecht weg, und das unter dem Beifall des Publikums: Immer noch gilt SAP als überteuert und zu kompliziert, SAP-Einführungen seien „Wahnsinnsprojekte“, die den Auftraggeber in finanzielle Bedrängnis bringen können. Meine Meinung dazu: wer so spricht, ist nicht gut informiert und reitet eine populistische Welle.

Sicher kam es in der Vergangenheit viel zu oft zu riesigen, teuren, nicht enden wollenden ERP-Projekten unter Einsatz von SAP. Aber es trifft nicht das Problem, wenn man den Software-Hersteller SAP dafür verantwortlich macht. Nach meiner persönlichen Erfahrung war es meist die Komplexität der zu implementierenden Geschäftsprozesse, die die Projektmitarbeiter auf Kundenseite sowie von manchen großen Beratungsfirmen überforderte. Dazu kamen gut gemeinte, aber in der Praxis häufig fatale bürokratische Hemmnisse und Kontrollinstanzen, die flexible Hilfe unmöglich machten und die Kosten in die Höhe trieben – ohne die Qualität sicherzustellen.

Mit der entsprechenden pragmatischen Lösungskompetenz und Flexibilität lässt sich SAP genauso zügig und effizient implementieren wie andere ERP-Software – und das bei deutlich größerer Funktionsvielfalt. Für kleinere, dienstleistungsintensive Firmen mit Fokus auf CRM ist Scopevisio eine sehr gute Wahl – soviel wurde an diesem Tag klar!

Cloud ERP in der Industrie: An SAP führt kein Weg vorbei

Sobald es um die Prozesse „unter der Haube“, also Logistik, Supply Chain und Fertigungssteuerung geht, beginnen jedoch viele der aktuell gehypten ERP-Lösungen zu schwächeln. Hier hat SAP als einziger Player weltweit die Lösungskompetenz aufgrund vieler Jahrzehnte Projekterfahrung – und damit die Nase vorn. Zudem hat die SAP aus den Problemen der Vergangenheit gelernt und in den letzten Jahren mit Milliardeninvestitionen ihr Portfolio runderneuert und auf Vordermann gebracht.

Im Oktober wurden auf einem SAP-Partnertreffen in Frankfurt die Details der Cloud ERP von SAP vorgestellt – ich war extrem beeindruckt von den neuen Lösungen: die erste Version der neuen „großen“ ERP-Lösung S/4 HANA ist auf dem Markt und äußerst verheißungsvoll. Aber auch der kleinere Bruder, die ERP-Cloud-Software „Business By Design“ (BYD), hat nach zehn Jahren konsequenter Weiterentwicklung ihre Kinderkrankheiten hinter sich gelassen und ist zu einer ausgereiften, modernen und performanten Unternehmenssoftware gewachsen, die gerade im Bereich Order-to-Cash und Logistik kaum einen Wunsch offen lässt.

Zudem wurde von der SAP viel Mühe und Gehirnschmalz darauf verwendet, durch standardisierte Projektschritte und Migrationstools die Projektlaufzeiten auf maximal 3-6 Monate zu kürzen – die Gerüchte von teuren langen Projekten gehören somit endgültig der Vergangenheit an.

Vielleicht gibt uns Jörg Haas ja die Chance, beim #CUT2017 das Credo für die Cloud zu verstärken und die Lösungsansätze der SAP für logistische Prozesse in der Cloud mit einzubringen?! Ich sehe SAP hier nicht als Wettbewerber zu Scopevisio, da SAP eher größere Mittelständler in industriellen Branchen anspricht – daher denke ich, das könnte eine prima Ergänzung sein für eine ansonsten äußerst gelungene Veranstaltung!

Hier noch der Link zum Scopevisio Blog: http://blog.scopevisio.com/scopevisio-software/cloud-unternehmertag-2016-begeistert-teilnehmer/



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